Alles Lebendmasse Die Sprache der Tiernutzung kaschiert die brutale Industrie dahinter – eine Wortkunde.

Die Zeit 06.10.2020: Im Laufe der Zeit hat der Tiere essende Mensch eine Wirklichkeit erschaffen, die erfolgreich verbirgt, dass er Tiere isst. Das Fleisch, das in den Theken und schließlich auf dem Teller liegt, erinnert in seinen abstrakten Formen nicht an die Lebewesen, von denen es stammt. Für Milch- und Eiprodukte gilt dasselbe. Eine ganze Infrastruktur ist darauf angelegt, zu verschleiern, dass man Tiere, um sie zu nutzen, einsperren und letztlich töten, schlachten, zerteilen muss. Die meisten sogenannten Nutztiere leben in Ställen abseits der Städte, und auch ihr Sterben findet nicht öffentlich statt. Das System beruht auf Distanz. Und dieser Distanz dient auch die Sprache.

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