Leo Graf von Drechsel

Warum muss jedes zweite Küken sterben?

Die Geflügelbranche steht am Pranger. Der Verband verteidigt die Haltungsbedingungen

 

Leo Graf von Drechsel ist Präsident des Verbandes der Deutschen Geflügelwirtschaft und Chef der Wimex-Gruppe, die auch Farmen in Mecklenburg-Vorpommern betreibt.

OZ: Stimmt es, dass jedes zweite Küken getötet wird?
Drechsel: Bei Masthähnchen nicht, da werden weibliche und männliche Küken aufgezogen und als Broiler verkauft. Legehennen aber sollen Eier legen, das tun Hähne nun mal nicht. Die männlichen Küken der Legerassen werden getötet.

OZ: Warum werden sie nicht aufgezogen und als Broiler verkauft?
Drechsel: Das rechnet sich nicht. Legerassen sind fürs Eierlegen gezüchtet. Ihre Hähne sind zu klein, wachsen zu langsam, sind also als Fleischlieferanten wenig geeignet.

OZ: Was geschieht mit den Hahnen-Küken? Werden sie wirklich zerhäckselt?
Drechsel: Dafür gibt es tierschutzkonforme technische Geräte. Zum Teil wird Gas eingeleitet, meistens aber wird der Mousser verwendet, eine Art Häcksler.

OZ: Was passiert mit den Resten?
Drechsler: Sie werden verfüttert, oft als Hundefutter oder in Zoos.

OZ: Ist das ethisch vertretbar?
Drechsel: Ja. Die Tiere werden getötet, aber als Futter für andere Tiere genutzt. Andere Tiere sterben, damit der Mensch Nahrung hat. Die Bibel rechtfertigt, dass der Mensch sich die Welt untertan und Tiere und Pflanzen dabei nutzbar macht.

(Quelle: OZ/MANTEL/WIR 17.03.2012)